Samstag, 17. November 2012
Donnerstag, 15. November 2012
Wo liegt denn nun der Hund begraben?
Ich habe einen Hund
begraben.
Er liegt nicht
tief, drum stinkt er so.
Nie wieder will er Brekkies
haben.
Vielleicht wird er
im Jenseits froh.
Im Chefbüro fault
sein Kadaver,
fast unbeachtet,
vor sich hin.
Die dicke Luft verprellt
die Schwafler.
Darin lag des
Begrabens Sinn.
Gestank dringt aus
den Mauerritzen,
im Aktenschrank
vergilbt Papier.
Nicht jeder mag den
Dunst aussitzen,
nicht jedermann
gefällt es hier.
Man kann sich an
Gestank gewöhnen,
an Büromuff und
Mobkultur.
Wo Meuchelmünder
heuchelnd tönen,
vibriert der
Bürokratenschwur.
Wo liegt denn nun
der Hund begraben?
Die Nase registriert:
es stinkt.
Wer mag sich an
Büroluft laben?
Vielleicht, wer immer
tiefer sinkt.
Freitag, 9. November 2012
Vom Vollzeitäquivalent zum Daseinswert
Endlich sind wir vergleichbar.
Wir messen uns in VZÄ.
Fehlt nur noch der Einheitslohn.
Zum Beispiel das Durchschnitteinkommen.
Oder der Mindestlohn.
So lässt sich Humankapital bewerten.
Den Medizinalkoeffizienten
sollten wir nicht vergessen!
Eins durch Anzahl der Arztbesuche
Mal Medikamentenaufwand...
...hängt eng mit der persönlichen
Lebenserwartung zusammen.
Die durchschnittliche Lebenserwartung
dient als Richtwert.
Daraus errechnet sich der
Restwertmultiplikator.
Er ist Zwei, wenn sich die persönliche
Lebenserwartung mit dem
Renteneintrittsalter deckt.
Jedes zusätzliche Lebensjahr schlägt
mit einem Abzug von 0,1 zu Buche.
Bis Null. Daraus lässt sich der
Daseinswert errechnen.
Neubürger werden nach ihren
...Eltern bewertet.
(Sinkt der Daseinswert auf Null,
sollte der Betroffene abgelebt werden)
Politische Lügen
Am Anfang kann man sie erkennen,
die Lügen aus dem Mund der Macht.
Dann stürzen Schwindler sich ins Rennen,
dann wird die Wahrheit platt gemacht.
„Der Boom, seht an, wie macht er glücklich,
die Mühen tragen reiche Frucht!“
Gekaufte Blätter nehmen Rücksicht,
der Unsinn wird als wahr verbucht.
Wo Lügen noch nicht ganz gelingen,
da hilft die Meinungspolizei.
Wer nachdenkt, der soll albern klingen,
denn Selbstzensur hält meinungsfrei.
Schon singt der Chor der Spezialisten,
sein Liedgut dringt sakral ins Ohr.
So lässt Kritik sich überlisten,
der Mensch vergisst, was er verlor.
Am Ende droht die Katastrophe,
das Lügenbauwerk bricht entzwei.
„Wir lagen richtig!“, schallt’s bei Hofe.
„Die nächste Wahrheit - die befreit!“
Sonntag, 4. November 2012
Die Kampagne (INSM)
Gehen Argumente aus,
wächst der Argwohn, dir zum
Graus –
kauf den Herrn Professor!
Gut bezahlt, bezeugt er dir,
dass nur du die Welt
kapierst –
küre ihn zum Mentor!
Wissenschaft wird Religion,
spottet dem Verstande Hohn –
doch was soll’s – sie
glauben!
Mach die Lügen Schwarz auf
Weiß,
Blindheit lähmt, auf dein
Geheiß –
salzt Herr Trugschluss
Augen!
Professoren stützen dich,
du stehst unerschütterlich –
das bewirken Titel.
Packe ihre Taschen voll,
dann verstummen Zorn und
Groll –
Glaube ist ihr Mittel.
Sonntag, 28. Oktober 2012
Vorsorge für Private
Wisst ihr wo die Rentner sind?
das ehrt sie!
vom Tode.
nach oben.
wie schade!
nach Eden...
Sie balgten sich im Eiseswind.
Nun stehen ihre Hütten leer
und liegen ihre Leiber quer -
das ehrt sie!
Der Groschen fiel ins kalte Nichts,
im Angesicht des Lohnverzichts.
Wer riestern konnte, riesterte,
die andern Toren flüsterten
vom Tode.
Die Zocker rühmten den Ertrag,
der vage in der Zukunft lag.
Politiker beklatschten sie,
und Gelder flossen schnell wie nie
nach oben.
Da freute sich das Maklerherz,
manch Zeigefinger mahnte: Schmerz!
Die Renten wurden investiert,
nur leider hat sich's nicht rentiert -
wie schade!
"Investments bergen Risko,
das war, ihr Nörgler, immer so!"
So lobte der Gewinner sich,
eh' er sich aus der Szene schlich,
nach Eden...
Freitag, 19. Oktober 2012
Anette
Wer schmollt mit bitterböser Schnute?
Wer schwang den Kritikern die Rute?
Anette S., das Gnadenkind.
Sie stand noch nie in einer Schlange,
ihr war noch nie um Pfründe bange,
sie herrschte sorglos, lebensblind!
Verblichen scheint die Doktorehre,
was bleibt ist eine Schulmisere,
die bitter die Gemüter plagt.
Anette ist in aller Munde,
erlebt den Absturz Stund um Stunde.
Elitenschutz hat bös versagt.
In längst vergess’nen, schönen Zeiten,
da schonte man die Blitzgescheiten,
den Ruhm verbriefte ein Papier.
Anette muss sich erstmals sorgen,
ein Hauch von Übel bringt der Morgen,
mit Hohn und Spott, pikant serviert.
Sie schlug sich tapfer als Minister,
bekämpfte die Sozialphilister,
der Bildungsnotstand schrie: Reform!
Nun drücken sie Gerüchte nieder,
der Mob will ihr ans Ehrgefieder,
da geifert sie, entbrannt vor Zorn.
Wer hat den Doktor bloß geschrieben?
Wie hieß er noch? Herr Bock von Drüben?
Wenn sie’ erfährt, verklagt sie ihn.
Anette wird ihn überführen,
ihn scheibchenweis' zum Fraß servieren
dann rettet sie, was ehrbar schien.
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